Manchen Sommer vergisst du nie.
Dominik soll später mal das Bestattungsinstitut seines Vaters übernehmen. Doch je näher das Ende der Schulzeit rückt, desto größer werden seine Zweifel: Was ist mit seinen eigenen Träumen? Als er sich zum ersten Mal verliebt, muss er sich entscheiden: auf vertrautem Boden bleiben oder springen? Denn für diese Liebe braucht es Mut.
»Kea von Garnier erzählt mit maximaler Zärtlichkeit von zwei Jungen, die sich verlieben, und vom Erwachsenwerden in einer Kleinstadt: präzise, humorvoll und so nah, dass man jede Berührung spürt.«
Als ich im ersten Semester meines Schreibstudiums eine kleine Szene Rollenprosa schreiben sollte, standen wie aus dem Nichts zwei Jungs vor meinem inneren Auge – auf der Landstraße, nach einer Party, irgendwo in Niedersachsen. Weil kein Bus mehr fährt, gehen sie zu Fuß. Und sie sprechen auf rotzige, lässig-coole Art darüber, wie es sich anfühlt, das erste Mal verliebt zu sein. Ich weiß sofort: Da ist was zwischen ihnen! Und es interessiert mich. Das war der Moment, in dem die Geschichte von Restsommer ihren Anfang nahm. Diese erste Szene findet sich noch immer im Buch.
Der Sommer 2003 beginnt wie immer: Freibad, Bandproben, die Leichen in Papas Keller. Dominik ist der Sohn des örtlichen Bestatters und soll den Familienbetrieb in nicht allzu ferner Zukunft von seinem alleinerziehenden Vater übernehmen. Bislang sprach nichts dagegen, denn Domi ist erstaunlich routiniert im Umgang mit Trauernden und weiß mehr über Tod und Verlust als die meisten Erwachsenen. Worüber er allerdings wenig weiß, ist das Leben selbst. Das ändert sich, als kurz vor den großen Ferien ein Neuer in seiner Klasse auftaucht: Biff ist unangepasst, lässig, impulsiv. Gegen seinen Willen fühlt Domi sich von dessen scheinbar endlosem Hunger auf das Leben angezogen, und so entsteht im Laufe dieses heißen, flirrenden Sommers zwischen den beiden etwas Größeres, etwas, das in seiner Intensität alles andere, Freunde, Familie, Zukunft, an den Rand drängt.
In Restsommer geht es um das Aufwachsen in der Kleinstadt, um queere Liebe und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Und mich hat beim Schreiben die Frage beschäftigt, was eigentlich passiert, wenn zwei junge Männer in einem Umfeld aufwachsen, in dem die vom Patriarchat erwartete emotionale Fürsorge durch die Mütter ausbleibt? Domis Mutter ist körperlich abwesend, Biffs Mutter aufgrund ihrer psychischen Belastung nur eingeschränkt in der Lage, Care-Arbeit zu übernehmen. Auf ihre Väter angewiesen, wird klar, dass Männer dieser Generation wenig gute Strategien zur Emotionsregulation zur Verfügung hatten: Domis Vater, der sich bei Problemen zurückzieht, statt Hilfe anzunehmen, und Biffs Vater, der in destruktive Gewalt- und Suchtmuster abrutscht. Domi & Biff müssen einen einen Weg finden, mit ihren Gefühlen umzugehen – und dass in dem Sommer, in dem sie sich zum ersten Mal verlieben.
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